Durch das Outsourcing der Leistungsabrechnung innerhalb des Hausarztmodells wertvolle Ressourcen sparen.
Die Deutschen gelten nicht nur als Reiseweltmeister, sie sind auch bekannt dafür, dass sie gerne und oft zum Arzt gehen sowie die Ärzte häufig wechseln. Seit Einführung der Chipkarte für die Krankenversicherung im Jahr 1995 stieg die Zahl der Arztwechsel – und damit auch die Höhe der Kosten für das Gesundheitssystem. Darauf musste die Bundesregierung reagieren. 2008 verabschiedete sie ein Gesetz, mit dem das Modell der hausarztzentrierten Versorgung im Sozialgesetzbuch verankert wurde (§ 73b SGB V).
Ziel ist es, damit die Rolle des Hausarztes wieder zu stärken. Mit dem Patienten vertraut, soll er als Lotse fungieren, Kranke behandeln und sie nur bei Bedarf an Krankenhäuser oder Spezialisten überweisen. So lassen sich unter anderem unnötige Mehrfachuntersuchungen und negative Wechselwirkungen von Arzneimitteln vermeiden.

Bereits über drei Millionen Versicherte im Hausarztmodell

Die Mitwirkung bei der hausarztzentrierten Versorgung ist sowohl für Ärzte als auch Patienten freiwillig. Ist der Entschluss zur Teilnahme gefallen, schließen Ärzte entsprechende Verträge mit den Krankenkassen ab. Nehmen Patienten das Angebot wahr, verpflichten sie sich für mindestens ein Jahr, bei gesundheitlichen Problemen zuerst den Hausarzt aufzusuchen – mit Ausnahme von Notfällen, Besuchen bei Gynäkologen, Augen- und Kinderärzten sowie Erkrankungen außerhalb des geografischen Tätigkeitsbereichs des Hausarztes.
In Baden-Württemberg läuft bereits seit 2009 ein sehr erfolgreiches Modellprojekt, an dem inzwischen rund 3.600 Ärzte und 935.000 Versicherte teilnehmen. Bundesweit sind es derzeit rund 13.000 Ärzte und mehr als drei Millionen Versicherte in acht Bundesländern.

Neuer Spezialist für IT-gestützte Leistungsabrechnung

Im Unterschied zu den Leistungen der Regelversorgung, für die die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen Kollektivverträge vereinbaren, werden über Leistungen wie die hausarztzentrierte Versorgung sogenannte Selektivverträge geschlossen. Diese neuen Versorgungsverträge bringen daher einen entsprechenden Bedarf an Leistungsabrechnungen mit sich.
Um dieses Aufkommen an Abrechnungen adäquat zu bearbeiten, betreibt die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft AG (HÄVG), ein Tochterunternehmen des Deutschen Hausärzteverbandes e.V., zusammen mit der Telekom als Mehrheitsgesellschafter die HÄVG Rechenzentrum GmbH, die als IT-Dienstleister die hausarztzentrierte Versorgung unterstützt.