Telemonitoring ermöglicht es Ärzten, Patienten mit chronischen Krankheiten auch zu Hause rund um die Uhr zu betreuen.
Lösung

Referenz

Fontane-Studie: Telemedizin rettet Leben von Herzpatienten

„Die Studienergebnisse zeigen erstmals, dass Telemedizin bei Hochrisikopatienten mit Herzschwäche zu einer Lebensverlängerung und zu weniger Krankenhausaufenthalten führt. Für den Erfolg war auch entscheidend, dass wir eine sehr einfache Technik eingesetzt haben, die für die Patienten auch alltagspraktikabel war.“
Prof. Dr. Friedrich Köhler, Studienleiter Fontane der Charité
Telemedizinische Anwendungen nutzen den Patienten tatsächlich. Das hat ein Projekt der Berliner Charité gezeigt, an dem auch Telekom Healthcare und T-Systems maßgeblich beteiligt waren: Im Rahmen des Forschungsprojekts „Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane“ wurden vom Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin der Charité mehr als 1.500 Patienten mit einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) untersucht. Die Hälfte von ihnen wurde neben der konventionellen
Ergebnisse der Fontane Studie
Die Fontane-Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat erstmals nachgewiesen, dass die telemedizinische Mitbetreuung das Leben von Herzpatienten verlängern kann.

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Behandlung auch telemedizinisch betreut, die andere Hälfte wurde nur konventionell behandelt. Die im August 2018 vorgestellte Fontane-Studie zeigte, dass sich Patienten mit Herzinsuffizienz mit Hilfe von Telemedizin spürbar besser versorgen lassen. Sie müssen weniger Tage stationär behandelt werden. Gleichzeitig erhöht sich die Überlebensrate im ersten Jahr um 27 Prozent.
Die Untersuchung sollte klären, ob es möglich ist, Patienten über einen längeren Zeitraum außerhalb eines Krankenhauses zu behandeln und gleichzeitig die Lebenserwartung sowie die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen. Zudem wollten die Projektverantwortlichen des Krankenhauses überprüfen, ob telemedizinische Anwendungen in der Lage sind, strukturelle Defizite der medizinischen Versorgung auf dem Land gegenüber städtischen Regionen auszugleichen.
Als Studiengruppe wurden 1.500 Patienten mit Herzinsuffizienz ausgewählt, da Herzschwäche in den vergangenen zehn Jahren die häufigste Ursache für eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus war. Zudem liegt die Versorgung von Kardio-Patienten in ländlichen Regionen hauptsächlich in den Händen der Hausärzte. In Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen an einer chronischen Herzinsuffizienz. Und jährlich kommen ca. 300.000 Neuerkrankungen hinzu.

 

Für die Fontane-Studie erhielten die telemedizinisch versorgten Patienten vier verschiedene Messgeräte: ein EKG-Gerät mit Fingerclip zur Messung der Sauerstoffsättigung, ein Blutdruckmessgerät, eine Personenwaage sowie ein Tablet, auf dem sie ihren Gesundheitszustand selbst einschätzen konnten. Die Gesundheitsdaten wurden anschließend über das Tablet an das telemedizinische Herz-Zentrum der Charité übertragen und rund um die Uhr von Ärzte und Pflegekräfte ausgewertet. Verschlechterten sich die Werte, passten die Ärzte ggf. die Medikation an oder gaben Empfehlungen für einen ambulanten Arztbesuch bzw. eine Krankenhauseinweisung. Für die sichere Vernetzung zwischen Patient und Krankenhaus sorgte dabei die Telehealth-Plattform von T-Systems.
Zusammen mit Telekom Healthcare hat die Telekom-Tochter dafür eine offene, überregionale Plattform für eine Vielzahl von telemedizinischen Anwendungen für unterschiedliche Krankheitsbilder geschaffen und in Betrieb genommen. Die Kommunikationsplattform bietet Schnittstellen zwischen Akutklinik, Rehaklinik und der ambulanten Weiterversorgung. Außerdem kann sie mit den verschiedensten IT-Systemen kommunizieren. Dadurch können möglichst viele Mediziner – unabhängig von ihrer eingesetzten Hard- und Software – die eHealth-Plattform nutzen.

 

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts zeigten, dass die Telemedizin-Patienten weniger Tage im Krankenhaus verbringen mussten und zudem länger lebten: Bei den ungeplanten Krankenhaustagen wegen Herzschwäche gab es mit 3,8 gegenüber 5,6 Tagen einen merklichen Vorteil für die Telemonitoring-Gruppe. Und von 100 konventionell betreuten Herzinsuffizienz-Patienten starben in einem Jahr 11 Patienten, bei zusätzlicher telemedizinischer Versorgung waren es hingegen nur 8 Patienten.
Diese Ergebnisse wurden unabhängig davon erreicht, ob der Patient in einer strukturschwachen ländlichen Gegend oder in einer Metropolregion lebte. Die Projektverantwortlichen folgerten: Die Telemedizin eignet sich somit, um Unterschiede in der medizinischen Versorgung zwischen Stadt und Land auszugleichen und die Versorgungsqualität insgesamt zu verbessern.
Die Inbetriebnahme der Telehealth-Plattform für das Fontane-Studie markiert einen wichtigen Meilenstein im Aufbau und Betrieb einer hochsicheren und hochverfügbaren Infrastruktur für medizinische Daten – über Nordbrandenburg hinaus. Basierend auf dieser technischen Infrastruktur bietet Telekom Healthcare heute mit der TH 360 eine offene Kommunikationsplattform für alle Leistungserbringer der Gesundheitsbranche an.
Die IT-Plattform überbrückt die räumliche Distanz zwischen Patienten und Ärzten, um die hohe Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland zu erhalten bzw. zu verbessern. Hierfür entwickelt Telekom Healtcare fortlaufend intelligente Telemedizin-Lösungen, die Ärzten, Kliniken und Laboren den gegenseitigen Austausch und die Betreuung der Patienten erleichtern.