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Wenn Apps wie virtuelle Medikamente wirken

23.06.2020

Mark Düsener blickt zurück auf die erste virtuelle DMEA und erläutert, warum aus seiner Sicht das neue Normal im Gesundheitssystem digitaler ausfällt und eine App wie ein gutes Medikament wirkt. 
Gesundheitsminister Jens Spahn auf der DMEA 2020
„Das Digitale macht auch im Gesundheitswesen einen Unterschied“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn auf der DMEA 2020. Das Bild zeigt ihn während der DMEA im vergangenen Jahr. (Bild: Messe Berlin)
Haben Sie sich schon die neue Corona-Warn-App heruntergeladen? Natürlich war es Zufall, dass sie ausgerechnet an dem Tag an den Start ging, als die DMEA sparks begann. Es war dennoch ein starkes Signal. Denn die wichtigste Messe rund um Digitalisierung im Gesundheitswesen fand in diesem Jahr erstmals rein virtuell statt. In den vergangenen Monaten haben wir die Digitalisierung als Klammer erlebt. Sie hat uns Menschen, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft zusammengehalten. Das Digitale macht auch im Gesundheitswesen einen Unterschied. Das sagte Gesundheitsminister Jens Spahn im Auftaktinterview der DMEA. Natürlich bietet die App keinen Rundumschutz gegen Covid-19. Aber sie ist ein zusätzliches Instrument im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus.

Personal entlasten, Prozesse optimieren

Vielleicht waren Sie von den vielen digitalen Lösungsansätzen auf der DMEA sparks genauso begeistert wie ich. Denn sie orientieren sich konsequent an den Bedürfnissen ärztlichen Handelns und den Erfordernissen einer optimalen Patientenversorgung. Auch meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Healthcare-Bereich der Telekom rücken das Wohl des Patienten in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Ich halte das für den einzigen Weg, um eine nachhaltige Digitalisierung des Gesundheitswesens zu erreichen. Was das in der Praxis heißt? Ein Beispiel: Wir alle wissen, dass COVID-19 die Bewohner von Pflegeeinrichtungen bedroht. Sie gehören aufgrund ihres Alters und diverser Vorerkrankungen zu den Hochrisikopatienten. Auch ihre Pflegekräfte benötigen einen besonderen Schutz. Deshalb haben wir auf unserer Telehealth 360-Plattform (TH360) in kurzer Zeit ein Corona Konsil für die Pflege aufgebaut. Wir haben dort Behandlungs- und Betreuungspfade hinterlegt und vernetzen Patienten und Pflegekräfte mit den Fachärzten virtuell miteinander.

Digitaler Medikationskreislauf schützt Patienten

Mithilfe der Closed Loop Medication erhalten Patienten immer exakt die richtige Medikation. Bild: Telekom
Auf einem der vielen virtuellen DMEA-Rundgänge haben wir außerdem gezeigt, wie Kliniken mit digitalen Mitteln die Arzneimittelsicherheit erhöhen können. Das ermöglicht die „Closed Loop Medication“-Funktion in unserem  Krankenhausinformationssystem iMedOne. Der in das System integrierbare Verblisterungsautomat stellt die verordneten Medikamente am Ende des Prozesses patientenindividuell zusammen und entlastet somit zusätzlich das Pflegepersonal.
Doch es gibt auch Mittel, die helfen rein virtuell: „Eine gute App ist wie ein gutes Medikament“, sagte unser Gesundheitsminister auf der DMEA. Das sehen wir genauso. Deshalb haben wir auf der DMEA sparks unsere Diabetiker-App auf TH360 gezeigt. Damit bleiben Diabetologen und ihre Patienten permanent in Verbindung, müssen sich aber nicht ständig treffen. Ärzte können auch aus der Ferne sofort eingreifen, wenn die Werte eines Diabetikers entgleisen.

Prävention fürs Kliniknetzwerk: Keine Chance für Hacker 

Zahlen sagen manchmal mehr als tausend Worte: An nur einem Tag verzeichnet allein die Telekom rund 24 Mio. Cyberangriffe. IT-Security-Experte Christian De Win von Telekom Healthcare Solutions zeigte während seines Vortrags auf der DMEA sparks eindrucksvoll, welche Gefahren von Cyberattacken ausgehen – und wie Kliniken sich dagegen wappnen können.
Digitale Mittel wirken aber auch noch auf einer ganz anderen Ebene: Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass Kriminelle während der Coronakrise im März mit einem Cyberangriff ein tschechisches Krankenhaus lahmlegten. Auch andernorts haben Hacker die angespannte Lage in den Kliniken gnadenlos ausgenutzt. Interpol gab daher bereits eine entsprechende Warnung an medizinische Einrichtungen heraus. Vorfälle, die zeigen: IT-Sicherheit ist das notwendige Fundament der Digitalisierung. Kliniken fehlen aber oft die nötigen Kapazitäten für ausreichenden Schutz. Auf der DMEA zeigten unsere Kollegen, wie Krankenhäuser diese Herausforderung mit einem Cyber-Security-Paket lösen können. Kliniken finden damit zuverlässig Schwachstellen in ihrem Netzwerk, beugen Cyber-Attacken vor und reagieren bei Bedarf schnell und effektiv.

Mehr digitale Souveränität – am besten jetzt gleich

Doch bei allen Herausforderungen, die es noch zu bewältigen gilt: Im vergangenen Vierteljahr hat unser Gesundheitswesen gezeigt, wie gut es ist. Und es wird permanent besser. In den letzten 20 Monaten gab es mehr als 20 Gesetzesinitiativen. Fast alle zielen auf Digitalisierung ab. Wir sind also auf dem richtigen Weg. Aber es gibt viele Stolpersteine. Bei der Entwicklung der Corona-Warn-App beispielsweise hat nicht nur Jens Spahn „schmerzhaft gelernt“, wie abhängig wir von Google, Apple & Co. sind. Wir sollten also dringend darüber reden, wie wir in Europa mehr digitale Souveränität erreichen. Am besten jetzt gleich und nicht erst bei der nächsten DMEA.
Mein Fazit von der ersten, digitalen DMEA: Das virtuelle Format bildet den perfekten Rahmen für die digitalen Themen, die unsere Branche bewegen. Dennoch freue ich mich, wenn wir uns beim nächsten Mal wieder persönlich treffen. Der Mensch, die Gemeinschaft und der persönliche Austausch müssen bei aller Digitalisierung im Fokus bleiben.

Alle Vorträge der DMEA sparks sind ab sofort auch online zum Anschauen verfügbar: